Dominant, diszipliniert und ohne Kompromisse - die erste Damenmannschaft des VfB Eilenburgs löste ihre Aufgabe im Viertelfinale des Leipziger Regionspokals am vergangenen Wochenende souverän und siegte verdient gegen den frisch gebackenen Meister der Regionsliga aus Torgau. Hatten sich nach zwei Wochen ferienbedingter Trainingspause noch eklatante Fehler im Abwehr- und Angriffsspiel im Testspiel in Oschatz gezeigt, überzeugte die Mannschaft am frühen Samstagabend vor allem mit der eigenen Abwehrleistung, wie so oft schon in dieser Saison.
Vor dem Spiel warnte das Trainerteam noch vor der schwierigen Aufgabe beim gleichnamigen VfB, denn die Damen aus Torgau schwammen nicht nur auf einer Erfolgswelle in der eigenen Liga (nur ein Spiel der letzten 12 verloren), sondern hatten in diesem einen Spiel im KO-System auch nichts zu verlieren. Umso mehr lag die Aufgabe bei den Muldestädterinnen, von Anfang an das Spiel dominant und konzentriert als klarer Favorit zu gestalten und der Heimmannschaft die Party in der eigenen Halle zu vermiesen. Zum Spiel:
Die Damen des VfB Eilenburg starteten bissig und mit einem enorm hohen Tempo in die Party. Aus einer ballorientierten Abwehr heraus gelangen in den Anfangsminuten immer wieder einfache Ballgewinne, durch die man in der zweiten Welle zu einfachen Torabschlüssen kam. Einzig und allein die Effizienz im Abschluss ließ in den Anfangsminuten zu Wünschen übrig - was man aber am Spielstand nicht ablesen konnte, da in der eigenen Abwehr quasi nichts zugelassen wurde. Allen voran Eileen, die in diesem Spiel durch ihre harte, aber faire Abwehrleistung glänzte, sorgte für viel Chaos im gegnerischen Angriffsspiel und ließ keine freien Abschlüsse zu. So setzte sich der VfB (Eilenburg) Stück für Stück weiter ab, führte nach 10 Minuten mit 1:4, nach 18 Minuten bereits mit 2:9. Von Beginn an ging es nur in eine Richtung. Manja und Tina wussten ebenfalls durch saubere Abwehrarbeit zu überzeugen, koordinierten die gesamte Abwehr aus dem Innenblock heraus und sorgten auch dafür, dass unsere jungen B-Jugendlichen wichtige Defensivzweikämpfe geschickt für sich entscheiden konnten. Diese besonders faire Abwehrarbeit spiegelte sich auch im Strafenprotokoll wieder, so bekamen die Eilenburgerinnen nur einen 7-Meter Strafwurf und eine Zeitstrafe gegen sich gepfiffen. Im Verlaufe der ersten Halbzeit verbesserte sich die Effizienz im Abschluss deutlich - vor allem Lara auf der Mitte überwand die gefürchtete Torgauer Torhüterin nun ein ums andere Mal gekonnt, aber auch Sophia und Jule auf den Außenpositionen belohnten sich mit Torerfolgen. Nach 30 gespielten Minuten baten die beiden Unparteiischen beim Stand von 4:14 zum Pausentee und das Trainerteam war durchaus angetan von der gezeigten Leistung. Vier Gegentore zeigten, dass man dem Klassenprimus der Regionsliga die gewohnte Durchschlagskraft nahm, doch im Angriff blieben mit nur 14 eigenen Toren weiterhin bekannte Baustellen bestehen.
Die zweite Halbzeit bot dann erneut die Möglichkeit, neue Dinge auszuprobieren und vor allem unsere "Jungschen" weiter an das Niveau im Erwachsenenbereich heranzuführen. So führte fortan die 16 jährige Freya alle Geschicke in der Offensive, setzte immer wieder Tina, beste Werferin an diesem Tag mit 8 Toren, in Szene, belohnte sich aber vier Mal auch selber mit einem Torerfolg. Leya drückte auf der Außenposition immer wieder aufs Gaspedal und erzielte ebenfalls einen viel umjubelten eigenen Treffer. Auch Anne konnte gegen die alten Teamkameradinnen glänzen und zwei Mal netzen. Die vielen Wechsel hatten nicht wirklich Einfluss auf das Spielgeschehen, denn das lief weiterhin nur in eine Richtung. Nach 38 Minuten führte man mit 6:20, 10 Minuten vor dem Ende bereits mit 9:25. Paula, auch B-Jugend, durfte sich erneut im Tor der Damen präsentieren, konnte einige freie Würfe vom 6-Meter parieren und knüpfte nahtlos an Mandys Leistung an. Die Stimmung in der Mannschaft war prächtig, sowohl auf der Bank als auch auf dem Feld. Zunehmend unnötig harte Fouls und verbale Provokationen beantwortete man mit schnell vorgetragenen Angriffen und sehenswerten Abschlüssen, für die auch Andrea in wahren "Ringkämpfen" (siehe Fotos) am Kreis sorgte. Eileen hatte mit dem 30. Tor des siegreichen VfB`s das Schlusswort in dieser stimmungsgeladenen Partie.
Alles in allem ließen die Mädels phasenweise nicht nur ihre individuelle Qualität in der Sporthalle am Wasserturm aufblitzen, sondern zeigten sich deutlich verbessert in der Defensive. Die Trainingsinhalte scheinen langsam zu Fruchten, genau so wie der neu gewonnene Teamspirit. In einem recht einseitigen Spiel ließ man zu keiner Sekunde Zweifel am Einzug in die nächste Pokalrunde aufkommen. Es bleibt erstaunlich zu sehen, wie gut die Chemie zwischen unseren "Erfahrenen" (man könnte sie auch als Dinosaurier des Handballsports bezeichnen) und "jungen Hüpfern" stimmt. Dennoch dürfte die Aufgabe im Halbfinale eine deutlich schwierigere werden, wenn man entweder auf Döbeln, Südwest oder den Roten Stern trifft. Doch wer weiß, was mit dieser Mannschaft noch so alles möglich ist. Seid gespannt!